NEVER//NOW
Kalter Wind über der Elbe, brennende Lungen und ein Kloß im Hals, der sich seit gestern nicht mehr herunterschlucken lässt. Wir stehen am Ufer, schauen auf eine Stadt, die gerade spürt, wie der Boden unter den Füßen nachgibt.
Doch Ohnmacht ist keine Option, die wir akzeptieren. Wir ziehen nicht den Kopf ein, wir ziehen auf die Insel.
Unter das Blätterdach, hinein ins Holz, dicht an die Boxen. Wo Nebel auf Entschlossenheit trifft und der Bass den Puls wieder hochtreibt.
Manche Nächte sind zum Vergessen da, diese hier nicht.
Jetzt haben sie im Landtag Tatsachen geschaffen, im Dezember wollen sie den nächsten Schritt gehen und die Macht endgültig verschieben.
Wer jetzt noch wegschaut, hat schon aufgegeben. Aber Aufgeben stand nie auf unserem Flyer.
Wir tanzen, weil Nichtstanzen Schweigen bedeuten würde.
Wir feiern, weil wir die Insel nicht kampflos räumen.
Wir bewegen uns, weil Stillstand genau das ist, worauf sie warten.
Dieser Abend gehört den Leuten, die hier seit Jahren den Kopf hinhalten.
Den Initiativen, die Räume verteidigen, Jugendliche auffangen, Schutz bieten und Gegenwind aushalten, während ihnen ringsherum die Gelder zusammengestrichen werden. Solidarität ist kein Lippenbekenntnis, sie braucht ein Fundament — ganz konkret, in bar, direkt auf die Hand.
Jeder Drink an der Bar, jeder Euro am Einlass fließt in Magdeburger Projekte, die das Überleben dieser Stadt sichern. In Menschen, die Haltung zeigen, wenn es ungemütlich wird. In Strukturen, die bleiben müssen, gerade wenn der politische Winter einzieht.
Demokratie ist kein Gesetzestext im Archiv. Sie ist Reibung, Widerspruch und die Weigerung, klein beizugeben.
Wir weichen nicht zurück.
Nicht heute.
Nicht im Dezember.
Und erst recht nicht jetzt.
Alle Einnahmen gehen an Projekte & Initiativen in Magdeburg – weil antifaschistische Arbeit Handarbeit ist.
Never silent.
Never passive.
Never//Now.
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